Die Anfänge der SPD in Rath/Heumar

von Lilo Berschel

 

Bei dem Versuch, die Anfänge des Ortsvereins der SPD Rath/Heumar aufzuklären, ergeben sich Schwierigkeiten, die eng mit der Geschichte der SPD in Deutschland verbunden sind.

Das Bekenntnis zur Sozialdemokratie war bis 1918 oft mit gesellschaftlichen Nachteilen verbunden, ab 1933 wurde es lebensgefährlich. Entsprechend verschwiegen waren in den Anfängen die Mitglieder, entsprechend konsequent wurden seit Beginn der Nazidiktatur Mitgliederlisten vernichtet, um die Genossinnen und Genossen nicht in Gefahr zu bringen.

1891, nach der Aufhebung des Sozialistengesetzes, das den Sozialdemokraten die politische Organisation, Versammlungen und Publikationen verboten hatte, musste die SPD versuchen, neue Strukturen aufzubauen und das Misstrauen in der Bevölkerung zu überwinden.1893 versuchten in Rath Kirchenleute und Geschäftsleute die Verteilung von Parteiliteratur durch Brücker Sozialdemokraten mit Gewalt zu verhindern.(1)

 Auf Grund der gesellschaftlichen Diskriminierung war , vor allem auf dem Land, die Bereitschaft, offen Sympathie oder gar Zugehörigkeit zur Sozialdemokratie zu bekennen, verständlicherweise nicht sehr groß. Die Arbeiter und andere, die den Zielen und Werten der Sozialdemokratie nahe standen, sammelten sich zunächst in  eher unverdächtigen Vereinen. So gab es 1905 im Landkreis Mülheim, zu dem auch Rath gehörte, die Arbeitergesangvereine “Hoffnung” und “Serenitas” , den Arbeiterturnverein “Vorwärts” und den Radfahrclub “Vorwärts”(2), in Porz war es der Musikverein Mozart , der Männergesangverein Cäcilia und der Turnverein in Urbach, in Rath möglicherweise der Turnverein “Deutsche Eiche”.

Die schwierige Lage der Sozialdemokraten kurz nach der Jahrhundertwende zeigt sich in den Lebenserinnerungen des Metzgermeisters Adam Krein aus Rath-Heumar: “Als einmal der sozialdemokratische Kandidat für den Reichstag, Heinrich Gilsbach (†1942) aus Köln, in Heumar sprechen wollte, erhielt er keinen Saal zur Verfügung gestellt. Deshalb wurde eine Kiesgrube in der Fock zur ersten Versammlung genutzt, die zwischen 1901/04 stattfand. Frauen aus Rath/Heumar, die gegen den Sozialismus eingestellt waren, rotteten sich mit alten Eimern und sonstigem Blechgerümpel zusammen und störten durch Krachmachen die Versammlung.” Wie aus der Rheinischen Zeitung vom 22.5.1903 hervorgeht, handelte es sich bei dieser Versammlung um eine Wahlkampfveranstaltung im Zusammenhang mit den Reichstagswahlen 1903.

Auch aus anderen Kreisen kam massiver Widerstand. Martin Büscher, ein Arbeiter der Trieurfabrik, der außerdem in Rath ein Lebensmittelgeschäft betrieb, war Vorsitzender des Kriegervereins. Diesen Posten hätte er beinahe verloren, weil er 1903/04 eine Versammlung der Sozialdemokraten in der Erkermühle besucht hatte. Ein ortsansässiger Bäcker machte daraufhin im Verein Stimmung gegen ihn. Nur mit Mühe konnte Büscher sein Amt behalten. Die Bemerkung des Bäckermeisters: ”Sozialdemokraten dulden wir nicht in unserem Kriegerverein“ führte später zu tätlichen Auseinandersetzungen und einem Gerichtsverfahren. (3)

Das preußische Vereins- und Versammlungsrecht von 1850, das den Obrigkeitsstaat gegen Freiheitsbestrebungen der Bevölkerung schützen sollte, legte fest, dass alle Versammlungen 24 Stunden vorher unter Angabe von Zeit, Ort und Zweck der Veranstaltung bei den lokalen Polizeibehörden schriftlich angemeldet werden mussten.

Politische Vereine hatten sich Satzungen zu geben und Vorsteher zu wählen, deren Namen wie auch die der Mitglieder den Behörden anzuzeigen waren. Frauen und Minderjährige waren ausgeschlossen. Politische Vereine durften nicht mit anderen Vereinen zu gemeinsamen Zwecken in Verbindung treten. Die Polizei durfte Beobachter in die Versammlungen entsenden, um sie bei eventuellen Verstößen umgehend aufzulösen. Versammlungen unter freiem Himmel wurden nur selten genehmigt.

Diese Bestimmungen wirkten wie sie gedacht waren: sie erschwerten allen Demokraten, besonders aber den Sozialdemokraten, die Verbreitung ihrer Ideen und die Werbung um Wähler.

Hinzu kam, dass auf dem Land die sozialistische Lehre von der stark kirchengebundenen Bevölkerung abgelehnt wurde. Die Gaststätten, in denen die Genossen hätten tagen können, wurden, wenn die Wirte denn geneigt waren, sozialdemokratische Versammlungen in ihren Räumen tagen zu lassen, von den Behörden oft so unter Druck gesetzt, dass sie ihre Lokale versagten.(4) In ihren meist winzigen Wohnungen konnten die Genossen sich nicht versammeln, Zusammenkünfte unter freiem Himmel wurden, wie oben erwähnt, oft polizeilich untersagt und waren zudem nur im Sommer sinnvoll.

Obwohl es in Rath zahlreiche Lokale gab, blieb bis 1908 die zwischen Brück und Rath gelegene Erkermühle der wichtigste Ort, an dem sich die Genossen aus beiden Orten trafen. Die Brücker Arbeiterbewegung war schon seit 1891 sehr aktiv, sie  hatte sich bei der Erkermühle eine Scheune gebaut, die sie ab 1906 regelmäßig für politische Versammlungen, aber auch für Feiern, Turnfeste, Preisschießen und Preiskegeln benutzte.(5)

Den Lokalverboten setzte die Partei den Lokalboykott entgegen. Die Rheinische Zeitung veröffentlichte Listen von Lokalen, die wegen ihrer anti-sozialdemokratischen Einstellung von den Arbeitern gemieden werden sollten.

Die Reform des Reichsvereinsgesetzes erleichterte ab 1908 politische Versammlungen im Freien, wovon in ländlichen Gemeinden häufiger Gebrauch gemacht wurde. (6) Gleichzeitig sank der Widerstand der Gastwirte gegen sozialdemokratische Veranstaltungen in ihren Räumen. Manche warben sogar, teilweise sicher aus wirtschaftlichen Gründen, um die Arbeiterschaft, wie zum Beispiel der Wirt der Gaststätte Meurer 1908:

Rath, Heumar, Königsforst

Bei Gelegenheit der Rather Kirmes halte ich allen Parteigenossen und Gewerkschaftlern meine Gastwirtschaft bestens empfohlen “Rheinische Zeitung” und “Metallarbeiterzeitung” liegen auf.

Alle drei Tage Frei-Konzert.

Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt.

Hochachtend Anton Meurer, Gastwirt, Marktplatz, 4.

Die Rheinische Zeitung, die 1892 nach Aufhebung des Publikationsverbotes als Kampfblatt der SPD gegründet wurde, ist eine wichtige Quelle bei der Suche nach den Anfängen der SPD im Kölner und Mülheimer Raum. Hier erschienen alle Informationen, die für Sozialdemokraten, Gewerkschaften oder ganz allgemein für die Arbeiterschaft und abhängig Beschäftigte, die die Hauptklientel der SPD ausmachten, von Interesse waren.

(Es war daher wichtig, dass diese Zeitung in Köln und Umgebung von denen gelesen wurde, deren Interessen die Partei besonders vertrat. Das Einkommen der meisten Arbeiter reichte aber kaum zum Leben. Der Jahresverdienst eines Arbeiters lag im Durchschnitt bei 840 M (7), ein Abonnement der Zeitung kostete 1904 im Monat 70 Pfennig , so kämpften der Verlag und die Arbeiter auch darum, dass die Lokale, in denen sie verkehrten, die Zeitung abonnierten.

In der Ausgabe der Rheinischen Zeitung vom 27.September 1906 heißt es, dass es “überall im Landkreis, wo nur einige Genossen zusammenwohnen, gelungen ist festen Fuß zu fassen, so dass außer den Orten Dünnwald, Dellbrück, Brück, Rath und Porz jetzt auch Flittard, Merheim, Schweinheim Ostheim, Schnellweide und Hoffnungsthal je einen bzw. zwei Vertrauensmänner haben.

Etwa ein Jahr später ergeht wiederum von Brück aus eine Einladung zu einer Bezirksbesprechung in der Erkermühle. Diese Zusammenkunft ist für die Bezirke Rath, Brück, Merheim und Ostheim bestimmt. (8)

Der Begriff Bezirk bezeichnete damals die kleinste Einheit, in die die Partei gegliedert war, entsprach um diese Zeit also dem heutigen Ortsverein.

Deutlicher werden die Spuren der SPD in Rath-Heumar im Jahr 1908. In der RZ vom 10. April erscheint die folgende Annonce, in der ausschließlich für Rath-Heumar zu einer Bezirksversammlung eingeladen wird:

Rath-Heumar: Die Genossen, des hiesigen Bezirks werden hiermit auf die am kommenden Sonntag, nachmittags 5 Uhr, im Lokale Meurer, Marktplatz 4 ,  stattfindende Versammlung ganz besonders aufmerksam gemacht. Auf der Tagesordnung steht unter anderem ein Vortrag.

Zum ersten mal wird hier eine Versammlung anberaumt, zu der nur SPD Mitglieder aus dem Bezirk Rath und Heumar eingeladen sind. In Form und Inhalt entspricht diese Ankündigung genau denen, die in dieser Zeit für Kalk, Vingst oder Ehrenfeld, wo es bereits seit langem sozialdemokratische Vereine gab, üblich waren. 

Schon seit dieser Zeit bilden Rath und Heumar, obwohl die beiden Ortschaften verschiedenen Verwaltungsbezirken angehören, einen gemeinsamen Bezirk bzw. Ortsverein der SPD.

Wenn auch keine Nachricht von einer Gründungsversammlung bekannt ist, so kann man doch davon ausgehen, dass es mindestens seit April1908 einen Ortsverein Rath/Heumar gegeben hat.(9)

Die Anhängerschaft der SPD rekrutierte sich, wie die Kandidatenlisten aus Porzer  Gemeinderatswahlen zeigen, vorwiegend aus Arbeitern und unselbständigen Handwerkern, für deren Belange sich die SPD besonders einsetzte.(10)

Es scheint zunächst erstaunlich, dass in Rath und Heumar, Orten mit ganz ländlichem Gepräge, ohne nennenswertes Gewerbe, eine solch frühe Entwicklung sozialdemokratischer Strukturen möglich war. Eine Erklärung dafür liefert die allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung.

Zwischen 1828 und 1870 hat sich die Einwohnerzahl in Rath fast verdoppelt, bis 1910 knapp verdreifacht, ein Bevölkerungswachstum, das eine zunehmende Verarmung mit sich brachte. Viele Rather wurden gezwungen, sich außerhalb der Landwirtschaft ein Auskommen zu suchen. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts, begünstigt durch den Ausbau der Rösrather Straße 1857, intensivierte sich der Kleinholzhandel von Rath nach Kalk und Köln, durch den die Bevölkerung ihr Einkommen aufbesserte.(11) Kalk, bis 1910 noch selbständig, hatte sich seit der Mitte des Jahrhunderts von einer kleinen Gemeinde zur Industriestadt entwickelt, die als Arbeitgeber auch auf die umliegenden Orte eine große Anziehungskraft ausübte. Der Kalker Bürgermeister Wiersberg berichtet 1871 “...dass sich die hiesige Industrie in derart voller Tätigkeit befindet, dass täglich neue Arbeitskräfte engagiert werden.” (12) Die Zahl der Industriearbeiter, die allein von der “Humboldt AG” und der chemischen Fabrik Kalk beschäftigt wurden, stieg bis 1907 auf etwa 4000. (13) Etliche dieser Arbeiter kamen aus Rath und Heumar. 1907 meldet das Porz Urbacher Volksblatt, dass der Schlosser Jakob Weyer aus Rath sein 25.jähriges Dienstjubiläum bei der Kalker Trieurfabrik feiert.

Schon im September 1906 beanstandet die Rheinische Zeitung, dass in keiner einzigen von den am Ort befindlichen Wirtschaften die Rheinische Zeitung aufliegt  trotz der großen Zahl der hier wohnenden Arbeiter... (14)

In ihren Betrieben jedoch kamen diese Arbeiter natürlich mit der sozialdemokratischen und gewerkschaftlichen Bewegung in Berührung. 1910 waren fast 50% der Beschäftigten der Bürgermeisterei Heumar, zu der auch Porz, Ensen, Westhoven Elsdorf Urbach und Eil gehörten) Fabrikarbeiter. Um 1914 sollen vier Fünftel der Rather Einwohner Fabrikarbeiterfamilien angehört haben. (15)

Die Einrichtung der Straßenbahnlinie von Rath über Kalk nach Köln (1904) und später auch die Verlängerung der Eisenbahnverbindung von Kalk über Heumar nach Overath (1910) war für den Ort von nicht zu überschätzender Bedeutung. Nachdem bis dahin die Arbeiter nur entweder zu Fuß oder mit der dreimal täglich verkehrenden Pferdekutsche ihren Arbeitsplatz in Kalk oder Mülheim erreichen konnten, war es durch diese Verkehrsanbindung für die Rath/Heumarer Einwohner einfacher, in den nahegelegenen Industriegebieten Arbeit aufzunehmen.

Die Stadt Köln hatte mit der Anlage der Bahnverbindung auch den Zweck verfolgt, der “unbemittelten Bevölkerung die Ansiedlungsmöglichkeit in gesunder Gegend, womöglich unter Erwerb eines kleinen Heimes” zu bieten. (16) Infolgedessen ist ein Teil des Bevölkerungszuwachses nach 1904 wohl auch auf Zuzug aus Kalk und Mülheim oder gar der Innenstadt zurückzuführen, nachdem sich die regelmäßige Bahnverbindung für die Fahrt zum Arbeitsplatz nutzten ließ.

Die 1910 fertiggestellte Bahnverbindung zwischen dem Bergischen Land und der Stadt Köln holte sogar Industrie nach Heumar. Die Kalker Trieurfabrik und Fabrik gelochter Bleche  Mayer & Cie. 1862-1962 erwarb ab 1910 Grundstücke in Heumar, da sich die Kalker Fabrik an ihrem Standort nicht ausbauen ließ. Seit 1913 wurde in der neuen Fabrik schon gearbeitet, im November waren hier 130 Arbeiter beschäftigt, Heeresaufträge führten im Krieg noch einmal zur Verstärkung der Belegschaft. Viele Arbeiter sind offensichtlich mit der Vorortbahn nach Rath gekommen, denn die Firmenleitung bat die Direktion der Kölner Verkehrsbetriebe um die Einrichtung einer Straßenbahnhaltestelle an der Porzer Straße.(17) Diese Entwicklung führte dazu, dass sich der Charakter des bis zur Jahrhundertwende fast ausschließlich land- und forstwirtschaftlich ausgerichteten Doppelortes Rath-Heumar veränderte.

Über die Mitgliederzahl des Orts- oder Bezirksvereins oder die Stärke der Sozialdemokratie in Rath - Heumar lässt sich nichts Genaues sagen.

In den Reichstagswahlen von 1912 wurde die SPD im Reich mit 34% stärkste Fraktion. Im Rheinbezirk und vor allem auf dem Land, wo die katholische Zentrumspartei dominierte, wurde sie zwar noch nicht zu einer ernsthaften Konkurrentin. So berichtet der Landrat zu Mülheim, der wie die Behörden allgemein, die Entwicklung der SPD argwöhnisch beobachtete, dem Regierungspräsidenten 1914:”...dass...in der Gemeinde Heumar von nennenswerten Erfolgen der sozialen Partei im Laufe der Zeit keine Rede sein kann “(18) aber immerhin hatte die SPD schon fast die Hälfte der Stimmen des Zentrums.

Der Krieg veränderte die Lage noch einmal. Als sich im Herbst die Niederlage Deutschlands abzeichnete und der Sturz des Obrigkeitsstaates nur noch eine Frage der Zeit war, verstärkte die SPD noch einmal ihre Anstrengungen, Wähler und Mitglieder zu gewinnen, um diese historische Chance zur Verwirklichung ihrer großen Ziele zu nutzen: Abschaffung des Dreiklassenwahlrechts, Gleichberechtigung der Frauen, Achtstundentag und Verbot der Kinder- und Nachtarbeit.

Die Revolution erreichte Köln schon am 8. November 1919. Unter Mitwirkung des Sozialdemokraten Sollmann wurde ein Arbeiter- und Soldatenrat gewählt. Es war Sollmann zu verdanken, dass der Umsturz unblutig und die Zeit bis zu den für Januar 1919 vorgesehenen demokratischen Wahlen für eine Verfassunggebende Nationalversammlung friedlich verliefen. (19)

Der sozialdemokratische Verein Köln Stadt und Land führte im Oktober eine Werbewoche durch. Sie führte zu solch großem Zulauf, dass das Parteisekretariat in der Severinstraße mit der Registrierung der Neumitglieder und der Zusendung der Parteibücher überfordert war. Der wachsende Zuspruch zeigte sich auch in den Außenbezirken der Stadt.

Am Montag, den 25. November 1918 meldet die RZ:

Rath-Heumar-Ostheim: Gestern fand hier eine äußerst stark besuchte Volksversammlung statt, in der Genosse Gilsbach (Köln) über die deutsche Revolution sprach. ... Die Ausführungen des Redners fanden lebhaften Beifall. Der Partei trat eine Anzahl Anwesende als Mitglieder bei.

Nur eines der Mitglieder aus der Gründungszeit konnte namentlich ermittelt werden, es war der Genosse Fritz Ihnefeld, Bensberger Straße 46, (heute Lützerathstraße) bei dem im Oktober 1908 Wählerlisten für die Gemeinderatswahl ausgelegt wurden.(20)

Die in der RZ veröffentlichten Einladungen zu den Bezirksversammlungen der Rath-Heumarer SPD zeigen, dass seit Beginn des Jahres 1919 regelmäßig etwa einmal im Monat an einem Wochenende Sitzungen stattfanden. Man traf sich meist am Sonntag, vormittags nach 9 Uhr oder nachmittags nach 4 Uhr. Versammlungsort war im Januar 1919 noch einmal das Lokal Meurer, in den folgenden Monaten tagte man hin und wieder bei Krein, meist jedoch im Lokal Kaspar Kuth (später Finkelberg, gegenüber der Einmündung der Eiler Straße), wo auch Veranstaltungen des Turnvereins Deutsche Eiche und des Quartettvereins stattfanden.

Im Sommer 1919, möglicherweise im Zusammenhang mit der Verschmelzung der Mülheimer mit der Kölner Parteiorganisation, erhielt der Bezirk Rath/Heumar die Nummer 74.

 
Quellen und Literaturverzeichnis

Rheinische Zeitung (RZ) Jahrgänge 1906 - 1908 , 1918 - 1919

Porz Urbacher Volksblatt Jahrgänge 1906 - 1912

Unser Porz, Heft 4

Jürgen Huck: Kalker Trieurfabrik und Fabrik gelochter Bleche Mayer & Cie 1862 - 1962 , S. 41 ff

Rechtsrheinisches Köln, Bd 1,1975, S. 41 - 116

Eugenie Porzky und Jürgen Huck: Politische Strömungen im Raum Porz 1918 - 1933

Roth, Anni, Politische Strömungen in den rechtsrheinischen Kreisen Mülheim, Wipperfürth, Gummersbach, Waldbröl und Sieg  des Regierungsbezirks Köln 1900- 1919, 2 Bde, Bonn 1968

Werkstatt für Ortsgeschichte Bd 3, Köln-Brück1991, S.57 - 79

Bilz, Fritz: Johann Engels - erster Brücker Sozialdemokrat

Werkstatt für Ortsgeschichte Bd 9, Köln-Brück 2000, S. 21 - 60

Bilz, Fritz:“Zwei Kölsch , zwei Korn” oder  Die Kneipe als sozialer Ort

Bilz, Fritz: Zwischen Kalk und Kapelle, die Sozialgeschichte Kalks von 1850 bis 1910, Köln 2008

Jung, Werner: Das moderne Köln, der historische Stadtführer, Köln 2006

Anmerkungen

1.  RZ vom 27.6.1893

2.  Roth, A: Politische Strömungen... Bd 1, S. 126

3.  Huck, J.: Rechtsrheinisches Köln, Bd 3, S.167- 169

4.  RZ vom 3.6.1905

5.  Bilz,F.: Werkstatt für Ortsgeschichte, Bd 9, S.47

6   Roth,A.: Politische Strömungen, Bd 1, S. 120

7.  RZ vom 7.9.1908

8.  RZ vom 18.10.1907

9.  Vgl auch Roth, A. Bd 1, 1975, S.72

10. Rechtsrheinisches Köln, Bd 1, 1975, S.72

11. Rath-Heumarer Chronik, S.66-67

12. Zitiert nach F. Bilz: Zwischen Kalk und Kapelle, S. 129

13. Statistiken bei F. Bilz :Zwischen Kalk und Kapelle ,S. 364 f.

14. RZ vom 22.9.1906

15. Rath-Heumarer Chronik S.69 (ohne Quellenangabe)

16. Die Stadt Köln im 1. Jh. unter preußischer Herrschaft, Bd 1, Teil 2, Köln 1916, S.478    

17. Huck, J. in: Unser Porz, Heft 4, 1962, S.41 ff

18. Porzky, E. u. Huck,J. in: Rechtsrheinisches Köln , Bd 1, 1975, S 72

19. Jung, W.: Das moderne Köln, Köln 2006, S.30 ff

20. RZ vom 27.10.1908